Ein Gestein für die Ohren? - Phonolith ist das Gestein des Jahres 2014

altSchon gehört? Als Gestein des Jahres 2014 haben der Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler (BDG) und die Deutsche Gesellschaft für Geowissenschaften (DGG) den Phonolith ausgewählt. Dieses Gestein (griech.: phon = Klang, lithos = Stein) hieß tatsächlich bis ins 18. Jahrhundert hinein „Klingstein“, weil dünne Platten davon beim Anschlagen mit dem Hammer einen hellen Klang von sich geben. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Phonolith gelegentlich für Lithophone – ein Instrument ähnlich dem Xylophon, nur mit Stein- anstelle von Holzstäben – verwendet wird.

Phonolithe sind alkalireiche vulkanische Gesteine von meist graugrüner Farbe. Sie bestehen hauptsächlich aus Feldspäten (v.a. Sanidin, Hochtemperatur-Alkalifeldspat) und sogenannten Feldspatvertretern wie z. B. dem Nephelin. Schaut man sich das makroskopisch dichte Gestein unter dem Mikroskop an, so entfaltet sich ein sperriges Gefüge aus kleinen leistenförmigen Kristallen, teilweise mit größeren Einsprenglingen. Sind die Kristall-Leisten durch das Fließen des heißen Gesteins parallel angeordnet, zeigt der Phonolith plattige Ausbildungen.

Charakteristisch ist in einigen Vorkommen das Auftreten von Blasenhohlräumen, die  mit schönen, bei Sammlern sehr begehrten Kristallen von Zeolithen oder Kalzit gefüllt sind.

Die Vorkommen von Phonolith sind in Mitteleuropa an die Gebiete mit tertiärem, also jüngerem Vulkanismus gebunden. In Deutschland sind Phonolithe deshalb in der Rhön (Milseburg bei Kleinsassen, Steinwand bei Poppenhausen), im Hegau (Hohentwiel), in der Eifel, im Kaiserstuhl und in den vom Eger-Rift beeinflussten Gebieten im Erzgebirge (Hammerunterwiesenthal) und in der Oberlausitz (Zittauer Gebirge) zu finden.

Als Vulkangesteine sind Phonolithe häufig mit basaltischen Gesteinen vergesellschaftet. Das phonolithische Magma ist allerdings zähflüssiger, so dass sich eher Staukuppen und Schlotfüllungen anstelle von Lavaströmen ausbilden. Besonders auffällig ist dieser morphologische Unterschied in der Rhön zu beobachten, wo die Basalte große Flächen ausgebildet haben (Lange Rhön), die Phonolithe dagegen als freigelegte Vulkanschlote erscheinen (Kuppenrhön).

Die Nutzung des Gesteins ist meist auf die Verwendung als Schotter und Splitt beschränkt. In geringem Umfang sind jedoch auch Werksteine (z.B. Grabsteine) daraus gefertigt worden. Außerdem findet  das Gestein teilweise als Zuschlagstoff für die Glas- und Baustoff- sowie die Futtermittelindustrie Verwendung. Eine etwas außergewöhnliche Nutzung von Phonolith erfolgt in Bötzingen am Kaiserstuhl, wo Phonolith  als Rohstoff für anorganischen Fango verwendet wird.

Hier erhalten Sie weitere Informationen über Vorkommen des Phonolithen in Deutschland, seine Entstehung und Klassifizierung.